Studium oder Berufspraxis? Im Kooperativen Studium Sachsen erlangen Sie beides.

Das kooperative Studium an einer sächsischen Hochschule oder Berufsakademie ermöglicht Ihnen

  • zwei Abschlüsse, einen anerkannten akademischen Abschluss (Bachelor oder Diplom) plus eine Menge Berufserfahrung (mit IHK/HWK Abschluss)
  • finanzielle Unterstützung während Ihrer Ausbildungszeit
  • eine konkrete berufliche Perspektive und Aufstiegschance im Unternehmen
  • eine kürzere Ausbildungszeit  durch die Intergration der Berufsausbildung in das Studium und durch die Koordinierung der Ausbildungsinhalte der Lernorte
  • kompetente und engagierte Ansprechpartner, die Sie bei der Suche nach Ausbildungsfirmen unterstützen und für alle Fragen zur Organisation der Ausbildung zur Verfügung stehen
Studienmodell

Kooperative Studiengänge in Sachsen bieten Ihnen eine praktische Berufsausbildung im Ausbildungsunternehmen und ein Studium an einer Hochschule bzw. Berufsakademie. Die Berufsausbildung wird in das Studium integriert und endet nach in der Regel nach 3 Jahren mit einem Kammerabschluss (IHK/HWK). In das Hauptstudium sind umfangreiche Praxisphasen im Unternehmen und beim Bildungsdienstleister integriert. Zusätzlich können ein Auslandspraktikum und ergänzende Qualifikationskurse absolviert werden.

Der akademische Abschluss ist entsprechend dem Studiengang der Bachelor oder das Diplom. Wer sich für einen ausbildungsintegrierten Studiengang entscheidet, erreicht in der Regel innerhalb von 4 bis max. 5½ Jahren einen berufsqualifizierenden Abschluss und einen akademischen Titel.

Bei Erfüllung der studiengangspezifischen Voraussetzungen haben Studierende die Möglichkeit an den Bachelor einen Master-Studiengang anzuschließen. Mit diesem zweiten akademischen Grad können sie je nach Ausrichtung Ihr Wissen vertiefen oder den bisherigen Studienschwerpunkt mit einer anderen Fachrichtung kombinieren. Ein Master-Studiengang dauert in der Regel vier Semester.

Voraussetzungen

Für die Aufnahme eines Studiums ist das Abitur oder die Fachhochschulreife Voraussetzung. Bevor das kooperative Studium begonnen werden kann, ist der Abschluss eines Ausbildungsvertrages bzw. Studienfördervertrages mit dem Ausbildungsunternehmen nötig.

 

Bewerbung

Senden Sie Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen für die einzelnen Studiengänge per Post oder Email direkt an die Kontaktperson der Bildungsdienstleister (Startseite-Angebotene Studiengänge). Wir unterstützen Sie bei der Suche nach einem passenden Ausbildungsunternehmen und stehen gern für Ihre Fragen zu Bewerbung und Ausbildung zur Verfügung.

Zusätzlich bietet dieses Web-Portal Informationen zu freien Studienplätzen sowie Kontaktadressen mit Ansprechpartnern der Unternehmen, die bereits Erfahrung mit dem Kooperativen Studium Sachsen haben.

Gern können Sie selbst aktiv auf Unternehmen zugehen. Viele kleinere Unternehmen kennen das kooperative Studienmodel noch nicht. Sie werden vielleicht erst durch Sie auf das Kooperative Studium und seine Vorteile aufmerksam. Da grundsätzlich jedes Unternehmen einen solchen Ausbildungsplatz anbieten kann, unterstützen wir auch diesen Weg aktiv mit Informationsveranstaltungen und Messepräsenz.

Erfahrungen

Hier berichten Studentinnen und Studenten über ihre Erfahrungen mit dem Kooperativen Studium Sachsen.

Klicken Sie dazu die einzelnen Studiengänge an und lernen einige unserer Studenten kennen:

Studiengang Chemie mit intergrierter Berufsausbildung zum/zur Chemielaborat/-in

 Melanie Brand, KSS ChL 09:

„Wie für viele Andere, war mir dieses spezielle Studienmodell unbekannt. In meinem Bewerbungsgespräch für eine Ausbildung zur Chemielaborantin wurde mir dann dieses System vorgestellt. Ursprünglich hatte ich nicht geplant zu studieren, aber die Vorteile des dualen Weges überzeugten mich. So habe ich jetzt die Chance parallel einen Berufs- und einen Hochschulabschluss zu erwerben, was eine Zeiteinsparung von ca. 3 Jahren bedeutet. Dabei ist man durch die Ausbildungsvergütung finanziell abgesichert und bekommt dank der Kooperation sowohl theoretische als auch viele praktische Kenntnisse vermittelt. In meinem Unternehmen ist der Teamgeist gut und Umweltschutz, sowie Innovationen haben hohe Prioritäten. Bei Schwierigkeiten in Ausbildung und Studium kann ich mich problemlos an Vorgesetzte wenden.

Die Universität Zittau/Görlitz ist mit ca. 5000 Studenten eine kleine Universität, die zwei deutliche Vorteile verbindet: das Lehrpersonal ist immer gut persönlich erreichbar und kann sich Zeit für einzelne Studenten nehmen und theoretisch erlangte Kenntnisse werden in Praktika angewendet. Ich habe mit der Verknüpfung von Studium und Praxis positive Erfahrungen gesammelt. Dieses Studienmodell stellt viele Anforderungen, jedoch lässt sich mit einer guten Lernbereitschaft und Interesse jede Herausforderung bewältigen. Aus meiner Sicht sollte man für diese Art des Studiums flexibel und hoch belastbar sein. Man sollte stets sein Ziel im Auge behalten. Meine Motivation ist dabei das Bewusstsein, schließlich bessere Aussichten auf dem Arbeitsmarkt zu haben.“

  Christine Borowski, KSS ChL 09:

„Ich habe mich für ein duales Studium entschieden, da es mir sehr praktisch erschien, die Theorie des Studiums mit einer praktischen Ausbildung zu verbinden. Desweiteren ist die finanzielle Unterstützung durch den Ausbildungsbetrieb ein Grund gewesen. Durch dieses Studium hat man den Vorteil, dass man in kürzester Zeit einen Berufsabschluss und einen Hochschulabschluss hat. Auf dem Arbeitsmarkt sehe ich bessere Chancen, da ich bereits in einem Unternehmen gearbeitet habe und praktische Erfahrungen gesammelt habe. Der Kontakt mit dem Unternehmen ist besonders wichtig, dass man einen Ansprechpartner hat an den man sich wenden kann, wenn es Probleme geben sollte. Das ist in meinem Unternehmen auf jeden Fall gegeben. Die Integration in den alltäglichen Ablauf im Betrieb ist ebenfalls wichtig. Am Studium gefällt mir besonders das familiäre Umfeld. Wenn man Probleme oder Fragen hat, sind die Professoren für einen da und helfen, wo sie können. Das Studieren an sich bereitet mir auch sehr viel Freude. Im Studium konnte ich von den praktischen Erfahrungen in der SBG profitieren. In der Laborpraxis ist man den Mitschülern ein wenig voraus. Das duale Studium ist allerdings auch sehr stressig. Man muss sich immer wieder neue Wohnungen suchen und umziehen. Außerdem muss man in kürzester Zeit sehr viel lernen. Das ist nur mit viel Mühe und Disziplin möglich. Wer weiß, dass er diesem Druck nicht standhalten kann, sollte sich nicht für diese Art eines Studiums entscheiden. Ich denke, dass ich mit den beiden Abschlüssen die ich erhalte bessere Chancenauf dem Arbeitsmarkt habe, da ich die Verbindung von Theorie und Praxis vorweisen kann. Deshalb bin ich durchaus gewillt, mich diesem Stress auszusetzen.“

 Vivien Koppenhagen, KSS ChL 09:

Zu Beginn des kooperativen Studiums werden grundlegende Arbeitstechniken und –methoden im Umgang mit Chemikalien und Laborgeräten sowie Verhaltensweisen im Labor durchgeführt. Ich finde dass eine gute Idee, denn man bekommt einen guten Eindruck in die Aufgaben eines Laboranten. Weiter gibt es auch mehr Selbstvertrauen und Sicherheit in die eigenen Fähigkeiten und ist somit auch eine gute Vorbereitung auf das Studium. Denn dieses beginnt am Anfang mit Titrationen und einfache chemische Versuche. In diesem Fall empfinde ich das als Vorteil gegenüber anderen Studenten.

Die Überlegung ein duales Studium einzuführen ist eine gute Idee, jedoch gibt es organisatorisch Schwachstellen zu verbessern. Dazu gehören auf jeden Fall die Zusammenarbeit der SBG mit der HS Zittau und die genauere Abstimmung der Ausbildungsinhalte.

Das Studium würde ich jedem empfehlen, der ein großes Interesse an der Chemie besitzt und auch den Willen mehr wissen und erreichen zu wollen. Da die besondere Form des Studiums hohe Anforderungen stellt, sollte man sich bewusst sein, dass es anstrengender und stressiger wird. Man muss sich zwar keine finanziellen Sorgen machen, jedoch hat man auch weniger Freizeit und Urlaub und muss seine Umzüge planen, da sich die Ausbildungsstellen an verschiedenen Orten befinden.

Meine persönliche Meinung ist, das das Konzept eine sehr gute Variante ist, da die Studierenden mehr Kontakt zu einem Betrieb und die auf sie wartenden praktischen Aufgaben bekommen. Auch der höher wertige Abschluss befähigt zu einer besseren Stellung auf dem Arbeitsmarkt. Ich würde mich sofort wieder auf ein duales Studium einlassen, wenn es eines in biologischer Richtung gibt.

Matthias Dießner, KSS ChL10:

 "Die Wahl zum kooperativen Studium fiel für mich auf Umwegen. Schon lange nutzte ich das Förderprogramm der Agentur für Arbeit, um mich für duale Studiengänge, zu denen das KIA zweifelsfrei zählt zu bewerben. Dabei gefiel mir die Unterstützung bei guter Führung und Erledigung der Anträge sehr. Auch die beratende Seite sorgte einerseits für Beruhigung und andererseits für konstruktive Vorschläge.

Eigentlich bewarb ich mich bei der Fit GmbH „nur“ für eine normale Facharbeiterausbildung zum Chemielaboranten, ohne ernsthaft eine „normale“ Ausbildung ohne akademischen Hintergrund in Betracht zu ziehen. Zu dieser Zeit liefen noch andere Bewerbungsverfahren, die meisten allerdings führten, bei größeren Unternehmen, zu einer Vielzahl von Absagen, was mich allmählich beunruhigte. Zu einem ersten Bewerbungsgespräch bei meinem jetzigen Ausbildungsbetrieb, wurde ich auch beim Geschäftsführer Dr. Groß vorstellig. Mit einem flauen Gefühl und einer messbaren Nervosität verlief unsere Unterhaltung. Auf Grund meines Abiturs und meinem nicht allzu schlechten Notendurchschnittes fragte mich Dr. Groß, ob ich etwas von einem KIA-Studium gehört hätte. Gehört hatte ich darüber bereits bei einem Hochschulinfotag, den ich besuchte. Er meinte, dass ihm schon ab und an potentielle Studenten und Azubis für dieses Modell vorgeschlagen wurden, er diese aber ablehnte. Mir gab er die Möglichkeit mich näher damit zu beschäftigen und Gespräche mit Verantwortlichen der Hochschule zu führen. Dies erledigte ich mit Herrn Paetzold, der mich und meine Eltern sehr schnell begeistern konnte. Auf der Heimreise von Zittau wurde über die Riesenchance der wichtigen fachlich praxisbezogenen Ausbildung, als auch der wissenschaftlicheren universitären Lehre diskutiert und ich sammelte die erhaltenen Informationen sofort zu Hause und sandte diese an die fit. Später erhielt ich den entscheidenden Anruf, dass sich die Firma vorstellen könnte ein solches Modell mit mir auszuprobieren. Nach kurzer Bedenkzeit gab auch ich erfreut meine Zustimmung. In einem Gespräch mit meinem damaligen Techniklehrer am technischen Gymnasium und heutigem Mitglied des Landtages Lothar Bienst zu unserem Abiturabschlussball, versicherte mir dieser eine 100% Übernahmechance nach erfolgreichem Abschluss beider Karriererichtungen. Auch ihm konnte man die Begeisterung des KIA-Studiums anmerken. Gleichzeitig stehen die Chancen gut, bei entsprechender Leistung und den damit verbundenen Beurteilungen, längerfristig und über die 1 ½ Jahre nach dem Studienförderungsvertrag hinaus im Betrieb arbeiten zu können und gemeinsam die Zukunft zu gestalten.

 Besonders wichtig am Unternehmen ist für mich das Arbeitsklima. Ich habe das Glück aufgeschlossene und hilfsbereite Arbeitskollegen zu haben, wovon drei dieses Jahr nach Abschluss ihrer Ausbildung übernommen wurden. Somit habe ich Ansprechpartner in meinem Alterssegment, was einige Hemmschwellen zu Fragen überwinden lässt. Nebenbei erhält man während der Arbeit eine gewisse Freiheit Dinge zu erledigen und man erhält das Gefühl schon länger mitzuarbeiten und die Tagesaufgaben routiniert zu bewältigen. Andererseits gibt es zeitweise speziellere Aufgaben, die angegangen werden und bei denen man viel dazulernen kann! Mit einer gewissen Selbstinitiative ergeben sich terminlich immer Möglichkeiten Sachverhalte mit meinem Mentor abzusprechen und darüber hinaus diese auch zum Vorteil aller abzuändern. Mir persönlich gefällt es sehr und ich werde alles daran setzen, mit Verbesserung der Noten, gerade auf Seiten der Hochschule, eine hoffentlich lange Zusammenarbeit mit der fit nach Beendigung der Ausbildung zu verwirklichen.

 Anfangs war ich vom Standort Zittau als Hochschulstandort nicht begeistert. Der bereits erwähnte Hochschulinfotag fand an einem Samstag statt und die meisten Geschäfte in der Stadt waren seit spätestens Mittag geschlossen. Es war gespenstisch ruhig. Allerdings muss ich meine Meinung revidieren, da diese Ruhe sich durchaus vorteilhaft auf das Studium auswirkt. In einer kleineren Einrichtung wie dieser lernt man meines Erachtens schneller neue Leute kennen, die man auch öfters trifft. Die neu gestaltete Mensa und Bibliothek bieten eine herrliche Atmosphäre zum gemeinsamen Lernen und Speisen. Das Sportangebot der Hochschule ist top und weitreichend! Speziell zum Studiengang ist es so, dass das Grundstudium breit gestaffelt aufgestellt ist, mit Fächern wie Physik, Informatik, Studium fundamentale (Geschichte der Technik, Weltreligion,…) oder Allgemein wissenschaftliche Grundlagen (AWG) Ökologie. Allerdings als kleiner Kritikpunkt: die Allgemeine Biologie nur im 1.Semester erachte ich für ein Chemiestudium als etwas zu wenig. Desweiteren ist der Praxisanteil schon alleine im Studium recht hoch angesiedelt, womit theoretische Inhalte meist zeitnah umgesetzt werden können und so einen Lernvorteil bieten. Die Inhalte des Studiums insgesamt sind fordernd und zeitaufwendig, allerdings mach- und schaffbar. Möglichkeiten auf Konsultationen, gerade kurz vor Prüfungen bestehen bei nahezu allen Professoren und Dozenten. Die Atmosphäre ist familiär, aber respektvoll und distanziert. Eine gewisse Selbstdisziplin ist notwendig und ein allseitiges Interesse an notwendigen und nützlichen Informationen unabdingbar. Damit ist gemeint, zusätzliche Angebote des Karrieremanagements, wie Führungskräftetrainings oder Motivationstrainings wahrzunehmen, oder angebotene Module freiwillig zu belegen (siehe Englisch II mit Abschluss des Sprachzertifikates Unicert). Kurzum beide Abschlüsse bieten hervorragende Chancen zu einer Etablierung auf dem Arbeitsmarkt. Dem Facharbeiterabschluss würde ich die etwas höhere Priorität geben, da er die nötige Ruhe für den Restzeitraum beim Studium bietet und auch als einzelner Abschluss in der Chemiebranche eine hohe Übernahmewahrscheinlichkeit garantiert.

Für die Zukunft sollten sich Firmen, die den Bachelor als ungenügenden Abschluss abwerten, eine Strategieänderung überdenken und Interessenten bereits zu Beginn die Aussicht auf Weiterunterstützung zur Weiterbildung zum Master bieten. Eine Möglichkeit aufs bewährte Diplom gibt es ab 2011 nicht mehr, was nicht bedeuten soll, dass der Master keine adäquate Alternative darstellt."